LPT-2003-05 [BibTeX]
Markus Eggersmann, Birgit Bayer, M. Jarke, Wolfgang Marquardt, Ralph Schneider:
Process and product models for chemical engineering
In: M. Nagl, B. Westfechtel (Eds.): Modelle, Werkzeuge und Infrastrukturen zur Unterstützung von Entwicklungsprozessen, Wiley VCH, Weinheim, 2003, 75-90
Abstract:
Verfahrenstechnische Entwicklungsprozesse sind gekennzeichnet durch eine Vielzahl an Informationen, verschiedene Benutzer, den Einsatz zahlreicher, spezialisierter Werkzeuge und vielfältige Aufgaben. Diese Komplexität macht eine softwaretechnische Unterstützung notwendig. Verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten durch den Einsatz neuartiger Werkzeuge und Methoden werden im Sonderforschungsbereich 476 (SFB IMPROVE) der RWTH Aachen in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Verfahrenstechnikern und Informatikern untersucht und prototypisch umgesetzt. Notwendige Voraussetzung für eine Unterstützung ist die genaue Kenntnis der Abläufe und deren Ergebnisse. Informationsmodelle sind hierfür ein geeignetes Hilfsmittel. Dazu können Prozess- und Produktmodelle verwendet werden, die sowohl den Arbeitsprozess (im Folgenden als Prozess bezeichnet) als auch die in seinem Verlauf benutzten und erzeugten Daten und Dokumente (die Produkte
des Entwicklungsprozesses) abbilden. Insbesondere ist es dabei wichtig, eine integrierte Abbildung
von Prozessen, Produkten und deren Beziehungen zu gewährleisten. Diese Modelle bilden
die Grundlage für ein Verständnis der Domäne und damit für die Entwicklung neuer Unterstützungswerkzeuge
und die Integration bestehender, kommerzieller Softwarewerkzeuge.
Dieses Kapitel beschreibt die im SFB IMPROVE verwendeten Ansätze zur Prozess- und Produktmodellierung
und spezifiziert die Bedeutung der Modelle anhand einer Vorgehensweise zur
Erstellung und Nutzung von Informationsmodellen. Nach der Erfassung von Arbeitsabläufen und
Produkten werden die gewonnenen Erkenntnisse semi-formal modelliert. Die so dargestellten Prozesse
können analysiert und auf Verbesserungsmöglichkeiten hin untersucht werden. Während z.B.
semi-formale Modelle zum Verständnisgewinn beitragen, ist eine weitere Detaillierung und Formalisierung
der Modelle notwendig, wenn spezifische Unterstützungswerkzeuge realisiert oder der
Datenaustausch zwischen Werkzeugen ermöglicht werden sollen. Neben einer Übersicht über bestehende
Prozess- und Produktmodelle und einer Beschreibung der K3-Modellierung zur semiformalen
Darstellung von Informationen wird das im SFB IMPROVE neu entwickelte Modellrahmenwerk
CLiP vorgestellt, das auf Ideen der Systemtechnik basiert und Prozesse und Produkte
integriert abbildet. Weiterhin werden spezielle Implementierungsmodelle vorgestellt: ein Modell zur
feingranularen Integration von Daten und Prozessen und ein Modell für ein Werkzeug zur Administration
von Entwicklungsprozessen. Es liegen also im SFB unterschiedliche Modelle für unterschiedliche
Zwecke vor. Dies entspricht der üblichen Situation in großen Softwareentwicklungs- und
Integrationsprojekten. Für eine umfassende Unterstützung verfahrenstechnischer Entwicklungsprozesse
ist die Integration der Modelle notwendig. Hieraus ergeben sich verschieden Integrationsdimensionen
wie die Integration von Prozessen mit Produkten, die Integration konzeptueller Modelle
mit implementierungsnahen Modellen und den Umgang mit unterschiedlich formalen Modellen.
Keywords:
Arbeitsprozessmodellierung, Produktdaten, Werkzeugintegration.
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