LPT-thes-2006-14
Arthur Refinius:
Erweiterung der Normalenvektormethode auf explizite zeitdiskrete Systeme und deren Anwendung auf die robuste Optimierung eines Supply-Chain-Models
Abstract:
Mit der Normalenvektormethode, die am Lehrstuhl f¨ur Prozesstechnik
entwickelt wurde, k¨onnen in einer Optimierung gleichzeitig
Stabilit¨atsgrenzen und parametrische Unsicherheiten ber¨ucksichtigt werden,
indem durch zus¨atzliche Nebenbedingungen ein Mindestabstand zu
den Stabilit¨atsgrenzen erzwungen wird. Bisher konnten mit der Methode
Systeme von differential-algebraischen Gleichungen behandelt werden. In
der Studienarbeit soll die Methode auf die Klasse der expliziten zeitdiskreten
Systeme erweitert werden. Eine zeitdiskrete Modellierung dynamischer
Vorg¨ange ergibt sich beispielsweise f¨ur technische Systeme, bei denen
Entscheidungen oder Ereignisse an konkrete Zeitpunkte gebunden sind, wie
etwa Bestellvorg¨ange und Lieferungen innerhalb einer Logistikkette.
In der Studienarbeit muss zun¨achst ein bestehendes, in MAPLE implementiertes,
Programmpaket der Normalenvektormethode auf die expliziten
zeitdiskreten Systeme erweitert werden. Dies betrifft insbesondere die Teile
der Software, in denen das erweiterte Gleichungssystem f¨ur die Berechnung
des Normalenvektors auf einer Stabilit¨atsgrenze aufgestellt wird. Ein der
Literatur entnommenes Supply-Chain-Modell bildet die Grundlage der zu
bearbeitenden Fallstudie. Von dem Modell ist bereits bekannt, dass es eine
Stabilit¨atsgrenze im Parameterraum aufweist. Zun¨achst soll der in der
Literatur angegebene Verlauf der Stabilit¨atsgrenze mithilfe der Software
CONTENT best¨atigt werden. Anschließend soll die korrekte Berechnung
der Normalenrichtung entlang der ermittelten Stabilit¨atsgrenze ¨uberpr¨uft
werden. Abschluss der Arbeit ist eine Optimierung des Supply-Chain-
Modells mit den Nebenbedingungen, welche die robuste Stabilit¨at des
optimalen Arbeitspunktes garantieren. Als G¨utefunktional soll zun¨achst
eine einfache zeitunabh¨angige Funktion betrachtet werden, deren Optimum
ohne die Robustheits-Nebenbedingungen im instabilen Parameterbereich
liegt. In einem zweiten Schritt wird dann eine zeitabh¨angige G¨utefunktion
aus der Literatur betrachtet.



