LPT-diss-2004-01 [BibTeX]
Lars v.Wedel:
An environment for heterogeneous model management in chemical process engineering
Online publication, RWTH Aachen, 2004
Abstract:
Modellierung und Simulation haben als Werkzeuge zur Analyse und Verbesserung chemischer
Anlagen und Prozesse in jüngster Zeit stark an Bedeutung gewonnen. Jedoch
ist die Modellentwicklung oft eine langwierige Aufgabe, die die Erfahrung eines
Experten bedarf, um zu guten Ergebnissen zu gelangen. Die Beschleunigung der Modellentwicklung
ist daher ein wichtiges Ziel, um modellbasierte Methoden ökonomisch nutzen
zu können. Dabei stellt die Wiederverwendung von Modellen eine wichtige Technik
dar. In der Praxis ist die Wiederverwendung eines Modells jedoch nicht immer einfach.
Modelle werden durch verschiedene Mitarbeiter in einer Firma bearbeitet, die über
die Lebenszeit einer Anlage die Position oder gar die Firma gewechselt haben können.
Dazu kommt, dass oft eine Vielzahl von alternativen Modellen entwickelt wird um
Prozessalternativen oder Parametervariationen zu untersuchen. Diese Modelle sind
meist in verschiedenen Werkzeugen implementiert um verschiedene Aufgaben bestmöglich
zu unterstützen. Gebräuchliche Werkzeuge reichen von Spreadsheet-Programmen
wie MS Excel zur Unterstützung ökonomischer Abschätzungen bis hin
zu komplexen Programmpaketen wie etwa gPROMS zur dynamischen Optimierung. Modellwiederverwendung
führt daher in der Praxis zu Integrationsproblemen, deren Lösung die
Effizienz der Modellentwicklung steigern kann. Das eine Integrationsproblem ist
die Vereinheitlichung der unterschiedlichen und inkompatiblen Modellformate und
-repräsentationen in eine durchgängige Bibliothek die einfach durchblät
rt oder durchsucht werden kann. Das zweite Problem betrifft die Integration der
Modelle zur Laufzeit der Simulation. Diese ist nötig, damit Modelle gemeinsam
in ihrer jeweils nativen Simulationsumgebung wiederverwendet werden können
ohne umgeschrieben werden zu müssen. Die genannten Probleme werden in der
vorliegenden Arbeit beispielhaft an einer Fallstudie der Entwicklung von Polyamid-6
erläutert. Die Fähigkeiten von Werkzeugen, die derzeit in der Praxis
genutzt werden, werden in Bezug auf Modellverwaltung und -wiederverwendung dokumentiert.
Ferner wird gezeigt, wie die Ergebnisse dieser Arbeit die Lösung dieser Probleme
ermöglichen. Dazu wird zunächst die Architektur REALMS (Repository-based
environment architecture for lifecycle modeling and simulation) einer Umgebung
für das Modellieren mit heterogenen Modellen dargestellt. Diese Architektur
definiert Module, die die Lösung der beiden oben angesprochenen Probleme
ermöglicht. Der Modellspeicher ROME (Repository for Open Modeling Environments)
erlaubt die Speicherung, Archivierung, und Aggregation heterogener Prozessmodelle.
Die Simulationsplattform CHEOPS übernimmt die Integration verschiedenartiger
Modelle in ein gemeinsames Simulationsexperiment und die Koordination der dazugehörigen
Simulatoren. Diese beiden Komponenten der Umgebung sind derart integriert, dass
in ROME zusammengesetzte Modelle mit Hilfe von CHEOPS simuliert werden können.
Die Bedienung übernimmt eine flexible grafische Oberfläche die ebenfalls
in die Architektur integriert ist. In einer näheren Betrachtung des Modellspeichers
ROME wird das zu Grunde liegende Metamodell diskutiert, welches eine vereinheitlichende
Sicht relevanter Eigenschaften mathematischer Modelle über verschiedene Modellformate
hinweg definiert. Die Darstellung des Metamodells wird ergänzt durch eine
Erläuterung der Abbildung von Modellen aus dem Polyamid-6-Szenario in das
Metamodell. Schließlich wird die auf Basis des Metamodells realisierte Funktionalität
und die Implementierung in einer objekt-orientierten atenbank vorgestellt. Die
Vorstellung der Simulationsplattform CHEOPS beginnt mit einer Diskussion wichtiger
Eigenschaften von Simulatorarchitekturen. Existierende Werkzeuge werden hinsichtlich
dieser Eigenschaften bewertet, so dass wünschenswerte Eigenschaften einer
flexiblen Simulatorarchitektur herausgearbeitet werden können. Basierend
darauf werden die Architektur und die komponentenbasierte Implementierung der
Plattform CHEOPS erläutert.
Schließlich wird die Anwendung der Methoden und Werkzeuge am vorgestellten
Szenario der Herstellung von Polyamid-6 demonstriert.
Keywords:
Modeling, reuse, database, simulation, repository, tool integration, CORBA



