Ames-RAMOS-Test – Neue Entwicklung eines vereinfachten, robusteren und aussagefähigeren Mutagenitäts-Biotests

Ansprechpartnerin

Nicht verfügbar

Name

Kira Kauffmann

Wissenschaftliches Personal

Telefon

work
+49 241 80 47873

E-Mail

E-Mail
 

Der weltweit angewendete Ames-Test ist einer der wichtigsten in-vitro-Mutagenitätstests. Er beruht auf der Rückmutation histidin-auxotropher Salmonella typhimurium-Stämme, sodass diese wieder ohne Zugabe von Histidin auf einem Mangelmedium wachsen können. Je mutagener eine Substanz ist, desto mehr Rückmutanten werden bei der Testung auftreten. Am Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik soll dieser Test unter Einsatz der RAMOS-Technik (Respiration Activity Monitoring System) weiter optimiert, in der Handhabung vereinfacht und damit robuster gestaltet werden. Dies ist sowohl aus Tierschutzgründen in Bezug auf eine Reduzierung der Verwendung der aus Rattenleber gewonnenen S9-Fraktion, als auch zur Ausweitung der Anwendungsgebiete (z.B. kontinuierliche Testung von Proben bzw. die Etablierung eines online-Testsystems) von großer Bedeutung. Zudem ist die Testung großer Probenzahlen mit Hilfe der RAMOS-Technik umweltfreundlicher und kostengünstiger durchführbar.
Der konventionelle Ames-Test arbeitet mit einer Inkubation auf Agarplatten, während der weiterentwickelte Ames-Fluktuationstest heute in Flüssigkultur in Mikrotiterplatten durchgeführt werden kann. Der Ames-Fluktuationstest weist gegenüber dem Plattentest vier entscheidende Vorteile auf: Er stellt einen geringeren Arbeitsaufwand dar, die anfallende Abfallmenge ist reduziert, die Kosten sind reduziert und es existieren deutlich mehr Möglichkeiten online-Messtechniken zu implementieren.

Die RAMOS-Technik ist für eine weitere Verbesserung des Tests optimal geeignet, da sie definierte, durchmischte, nicht O2-limitierte Kulturbedingungen gewährleistet und eine sehr präzise Messung der Sauerstofftransferraten (OTR) ermöglicht. Anhand der Sauerstofftransferrate lassen sich wesentliche Rückschlüsse auf das Wachstum und den Metabolismus der Kultur, und somit auch auf die Anzahl der rückmutierten Bakterien ziehen.